Diese Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken und ersetzen keinen professionellen medizinischen Rat, keine Diagnose und keine Behandlung.
Wie Sie einen medizinischen Notfallausweis für die Familie erstellen und pflegen
Ein Notfallausweis liefert bei plötzlichen gesundheitlichen Krisen, Unfällen oder regionalen Katastrophen lebenswichtige persönliche, medizinische und kommunikative Angaben. Das Mitführen dieses standardisierten Dokuments stellt sicher, dass Ersthelfer, Krankenhauspersonal und Rettungskräfte schnell eine fundierte Versorgung gewährleisten und Angehörige unverzüglich benachrichtigen können.
Kurze Zusammenfassung
Erstellen, laminieren und aktualisieren Sie regelmäßig einen Notfallausweis im Scheckkartenformat für jedes Familienmitglied mit Angaben zu Notfallkontakten, schweren Allergien, chronischen Vorerkrankungen und aktuellen Medikamenten.
Wichtiger medizinischer Haftungsausschluss
Dieser Leitfaden dient ausschließlich Bildungszwecken und ersetzt keinen professionellen medizinischen Rat, keine Diagnose und keine Behandlung. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Fragen immer an qualifizierte medizinische Fachkräfte.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Primäre Notfallkontakte und überregionale Kontakte auflisten
Erfassen Sie die vollständigen Namen, das Beziehungs- bzw. Verwandtschaftsverhältnis, die Mobilfunknummern und geschäftlichen Telefonnummern von mindestens zwei lokalen Notfallkontakten. Benennen Sie zusätzlich eine überregionale Kontaktperson außerhalb Ihres Bundeslandes bzw. Ihrer Region, die im Notfall die Kommunikation koordinieren kann, falls örtliche Mobilfunknetze überlastet oder ausgefallen sind.
Kritische Vorerkrankungen und Allergien dokumentieren
Notieren Sie unmissverständlich alle chronischen Diagnosen wie Typ-1- oder Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen (wie Bluthochdruck oder ein überstandener Herzinfarkt), Anfallsleiden oder Asthma. Heben Sie lebensbedrohliche Allergien hervor – insbesondere anaphylaktische Auslöser wie Penicillin, Latex, Bienenstiche oder bestimmte Nahrungsmittel – einschließlich konkreter Anweisungen zu Notfallmedikamenten wie Adrenalin-Autoinjektoren.
Important: Geben Sie auf physischen Notfallkarten keine sensiblen personenbezogenen Daten wie Sozialversicherungsnummern oder vollständige Geburtsdaten an, um bei Verlust das Risiko eines Identitätsdiebstahls zu minimieren.
Aktuelle verschreibungspflichtige Medikamente und Dosierungen erfassen
Führen Sie alle aktuell verordneten Medikamente mit der jeweiligen Tagesdosis und den Einnahmezeitpunkten auf. Schenken Sie Gerinnungshemmern (Blutverdünnern), Herzmedikamenten, Insulin oder Immunsuppressiva besondere Beachtung, da diese Angaben bei einem Notfall die Traumabehandlung sowie dringliche operative Maßnahmen entscheidend beeinflussen.
Angaben zu Ärzten, Fachärzten und Krankenversicherung aufnehmen
Ergänzen Sie die Telefonnummern von Hausärzten, behandelnden Kinder- oder Fachärzten sowie der bevorzugten örtlichen Notfallklinik. Notieren Sie zudem den Namen der Krankenkasse, die Versicherungsnummer und Tarifangaben, um die Triage und die administrativen Aufnahmeabläufe im Notfall zu beschleunigen.
Digitale Notfallpässe auf persönlichen Geräten einrichten
Hinterlegen Sie die Notfallinformationen auf den Smartphones aller Familienmitglieder mithilfe integrierter Funktionen wie dem Apple Health Notfallpass oder den Android-Notfallinformationen. Stellen Sie sicher, dass diese Daten direkt über den Sperrbildschirm des Geräts ohne Eingabe eines Passcodes oder Entsperrmusters eingesehen werden können.
Physische Notfallkarten anfertigen, schützen und verteilen
Drucken Sie die Angaben auf strapazierfähigem Karton im Standard-Kreditkartenformat aus, laminieren Sie jedes Exemplar zum Schutz vor Feuchtigkeit und deponieren Sie jeweils eine Karte in Geldbörsen, Handyhüllen und Schulrucksäcken aller Angehörigen. Platzieren Sie zudem eine gut lesbare Version zu Hause an einer zentralen Stelle, etwa am Kühlschrank oder direkt im Notfall-Erste-Hilfe-Kasten.
Informationen halbjährlich überprüfen und aktualisieren
Legen Sie alle sechs Monate feste Termine zur Überprüfung der Notfallkarten fest, beispielsweise zur Zeitumstellung oder zum Beginn eines neuen Schuljahres. Tauschen Sie die Karten unverzüglich aus, sobald sich bei einem Familienmitglied die Medikation ändert, eine neue medizinische Diagnose festgestellt wird oder sich Notfallkontaktdaten ändern.
Häufig gestellte Fragen
Wo bewahrt man physische Notfallkarten am besten auf?
Warum ist ein überregionaler Notfallkontakt auf einem Notfallausweis notwendig?
Woher wissen Rettungskräfte im Notfall, dass sie nach einem Notfallausweis suchen müssen?
Welche Angaben sollten für Kinder mit besonderen gesundheitlichen Bedürfnissen aufgeführt werden?
Diese Inhalte dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und ersetzen keinen professionellen medizinischen Rat, keine Diagnose und keine Behandlung. Wenden Sie sich bei Fragen zu einer Erkrankung immer an eine qualifizierte medizinische Fachkraft, und ignorieren Sie professionellen medizinischen Rat nicht und schieben Sie ihn nicht auf, weil Sie hier etwas gelesen haben.
Wenn Sie einen medizinischen Notfall vermuten, rufen Sie sofort Ihre örtliche Notrufnummer an oder begeben Sie sich in die nächste Notaufnahme.
Medizinisch geprüft von WellAlly-Redaktionsteam Zuletzt geprüft 19. Oktober 2026. · Unsere redaktionelle Richtlinie lesen