Diese Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken und ersetzen keinen professionellen medizinischen Rat, keine Diagnose und keine Behandlung.
Leitfaden für Pflegepersonen zur Sturzprävention zu Hause
Stürze gehören zu den wichtigsten Ursachen für vermeidbare Verletzungen und den Verlust der Selbstständigkeit bei älteren Menschen. Dieser Leitfaden bietet pflegenden Angehörigen evidenzbasierte Strategien zur Erkennung von Gefahren in der häuslichen Umgebung, zur Anpassung der Wohnsituation und zur Etablierung sicherer täglicher Routinen. Die Umsetzung dieser umweltbezogenen und verhaltensbezogenen Maßnahmen senkt das Sturzrisiko deutlich und fördert die selbstständige Mobilität.
Kurze Zusammenfassung
Stürze zu Hause verhindern, indem Wege freigeräumt, Haltegriffe im Badezimmer angebracht, die Beleuchtung verbessert, Medikamente, die das Sturzrisiko erhöhen, entsprechend verwaltet und geeignetes, rutschfestes Schuhwerk getragen wird.
Wichtiger medizinischer Haftungsausschluss
Dieser Leitfaden dient ausschließlich Bildungszwecken und ersetzt keinen professionellen medizinischen Rat, keine Diagnose und keine Behandlung. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Fragen immer an qualifizierte medizinische Fachkräfte.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wege freihalten und Stolperfallen beseitigen
Führen Sie eine Prüfung von Raum zu Raum durch, um Hindernisse wie lose Teppiche, Unordnung und Elektrokabel zu identifizieren und zu entfernen, die über Laufwege verlaufen. Stellen Sie zwischen Schlafzimmer, Wohnbereich und Badezimmer einen ausreichend breiten Durchgang von mindestens 90 Zentimetern sicher. Arrangeieren Sie Möbel so, dass viel offener Raum vorhanden ist und keine Tischecken mit scharfen Kanten direkt in stark frequentierten Laufwegen liegen.
Important: Verlassen Sie sich niemals auf rutschhemmende Unterseiten von Teppichen; eingerollte Ränder können die Räder eines Rollators und schlurfende Füße leicht fangen. Daher ist das vollständige Entfernen die sicherste klinische Maßnahme.
Beleuchtung in wichtigen Durchgangsbereichen verbessern
Beleuchten Sie alle Treppenhäuser, Flure und Eingangsbereiche mit gleichmäßigem, blendfreiem Licht. Bringen Sie entlang des direkten Weges vom Bett zum Badezimmer bewegungsaktivierte Nachtlichter oder Steckleuchten mit Fotozelle an. Halten Sie eine leicht erreichbare Taschenlampe oder eine Nachttischlampe mit Kippschalter in Griffweite der Matratze bereit.
Badezimmer für sichere Hygiene- und Transferhandlungen anpassen
Installieren Sie professionell verankerte Haltegriffe in der Dusche, neben der Badewanne und neben der Toilette. Stellen Sie einen robusten Duschhocker in den Badebereich sowie eine Handbrause bereit, damit die Person beim Waschen sitzen kann. Legen Sie auf nassen Oberflächen hochwertige, rutschhemmende Saugmatten aus und wischen Sie verschüttetes Wasser sofort auf.
Important: Lassen Sie die Person niemals Handtuchhalter, Seifenschalen oder Toilettenpapierhalter zum Festhalten benutzen, da diese Vorrichtungen dem Körpergewicht nicht standhalten können.
Medikamente mit medizinischem Fachpersonal überprüfen
Vereinbaren Sie eine jährliche Medikamentenprüfung mit der Hausärztin oder dem Hausarzt beziehungsweise der Apothekerin oder dem Apotheker der pflegebedürftigen Person, um alle verschreibungspflichtigen und rezeptfreien Arzneimittel zu bewerten. Beruhigungsmittel, Antihistaminika, Blutdrucktherapien und Anticholinerge können Schläfrigkeit, Verwirrtheit oder eine orthostatische Hypotonie verursachen. Verwenden Sie eine wöchentliche Tablettenbox, um versehentliche Doppeldosierungen oder vergessene Einnahmen zu verhindern.
Important: Informieren Sie sofort einen medizinischen Leistungserbringer, wenn die Person nach der Einnahme eines neuen Medikaments plötzlich Schwindel, Benommenheit oder Gleichgewichtsverlust verspürt.
Sicheres Schuhwerk und den sicheren Einsatz von Mobilitätshilfen verbindlich gestalten
Stellen Sie sicher, dass die pflegebedürftige Person sowohl drinnen als auch draußen stets gut sitzende, stützende Schuhe mit niedrigen, festen Absätzen und rutschhemmenden Gummisohlen trägt. Prüfen Sie Mobilitätshilfen wie Stock und Rollator regelmäßig darauf, ob die Gummispitzen unbeschädigt und nicht abgeschliffen sind. Lassen Sie eine Physiotherapeutin oder einen Physiotherapeuten überprüfen, ob Stock und Rollator auf die korrekte Handgelenkhöhe der jeweiligen Person eingestellt sind.
Important: Untersagen Sie das Gehen in Socken, lockeren Hausschuhen ohne Fersenhalt oder Schuhen mit glatten Sohlen, da dadurch die Sturzgefahr auf glatten Böden erheblich steigt.
Sichere Abläufe für Aufstehen und Transfer einüben
Weisen Sie die Person an, nach dem Wechsel von der liegenden in die sitzende Position 30 bis 60 Sekunden zu pausieren und sich auszuruhen und vor dem Aufstehen erneut zu warten, damit sich der Blutdruck normalisieren kann. Fördern Sie tägliche körperliche Aktivität, etwa von medizinischem Fachpersonal genehmigte Beinkräftigungs- oder Balanceübungen, um die Rumpfstabilität zu erhalten. Lenken Sie Bewegungen bei der Assistenz mithilfe eines Transfer-Gurts und ziehen Sie niemals an Armen oder Kleidung.
Häufig gestellte Fragen
Was soll ich tun, wenn die Person, die ich betreue, stürzt?
Wie oft sollten Sturzgefahr-Bewertungen zu Hause durchgeführt werden?
Kann regelmäßiger Sport das Sturzrisiko auch bei sehr schwachen älteren Erwachsenen senken?
Werden Bettgitter zur Vorbeugung von nächtlichen Stürzen empfohlen?
Diese Inhalte dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und ersetzen keinen professionellen medizinischen Rat, keine Diagnose und keine Behandlung. Wenden Sie sich bei Fragen zu einer Erkrankung immer an eine qualifizierte medizinische Fachkraft, und ignorieren Sie professionellen medizinischen Rat nicht und schieben Sie ihn nicht auf, weil Sie hier etwas gelesen haben.
Wenn Sie einen medizinischen Notfall vermuten, rufen Sie sofort Ihre örtliche Notrufnummer an oder begeben Sie sich in die nächste Notaufnahme.
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