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Ersttrimester-Screening (Nackenfaltenmessung + mütterliche Serummarker)

Veröffentlicht: 9. August 2026Aktualisiert: 16. August 2026

Das Ersttrimester-Screening ist eine nicht-invasive Untersuchung im ersten Schwangerschaftsdrittel, die das Risiko für Chromosomenstörungen beim ungeborenen Kind beurteilt.

Kurzfassung

{"Kombiniert Ultraschall der Nackenfalte (NT) und mütterliche Blutmarker","Beurteilt das Risiko für Down-Syndrom (Trisomie 21) und andere Chromosomenstörungen","Keine Diagnose, sondern ein Screening-Test – kein Risiko für Mutter oder Kind","Wird zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt","Bei auffälligem Ergebnis werden weitere diagnostische Tests angeboten"}

Medizinisch geprüft von WellAlly-RedaktionsteamZuletzt geprüft 16. August 2026Redaktionelle Richtlinie

Wichtigste Fakten im Überblick

LOINC
49588-7
Kurzcode
1st trimester scn+NT Patient-Imp
Synonyme
1st trimester scn+NT Patient-Imp
Kategorie
Klinische Chemie
Probe
serum
Probenbehälter
Red-top tube (SST)
Einheiten
N/A
Nüchtern
Nein
Population
Erwachsene
Geschlecht
all
Altersbereich
18–65 Jahre
Probenvolumen
5 mL
Probenstabilität
Room temperature: 4h, Refrigerated: 24h, Frozen: 7d
Hämolyse max.
500
Lipämie max.
1000
Ikterus max.
500
Bearbeitungszeit
4–24 Stunden
Anordnung
routine

Was ist das Ersttrimester-Screening?

Das Ersttrimester-Screening ist eine Kombinationsuntersuchung, die aus zwei Teilen besteht: Erstens wird die Nackenfalte (Nuchal Translucency, NT) des Babys mittels Ultraschall gemessen – dies ist die Flüssigkeitsansammlung im Nackenbereich des ungeborenen Kindes. Zweitens wird eine Blutprobe der Mutter entnommt, um bestimmte Marker zu analysieren (insbesondere PAPP-A und freies β-hCG). Diese Untersuchung ist ein Screening-Test, das heißt, sie berechnet das Risiko für bestimmte Chromosomenanomalien, liefert aber keine definitive Diagnose.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Der erste Teil ist ein Ultraschall, bei dem die Nackenfalte des Babys gemessen wird. Dies erfolgt in der Regel zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche, wenn das Baby eine bestimmte Größe (Scheitel-Steiß-Länge von 45-84 mm) erreicht hat. Der Arzt oder die Ärztin misst dabei die Flüssigkeitsschicht im Nacken des Babys. Ein größeres Maß kann auf ein erhöhtes Risiko für Chromosomenstörungen hinweisen. Gleichzeitig entnimmt man der Mutter Blut aus einer Armvene, das im Labor auf die Serummarker PAPP-A (Schwangerschaftsassoziiertes Plasma-Protein A) und freies β-hCG (humanes Choriongonadotropin) untersucht wird.

Was bedeutet das Ergebnis?

Das Ergebnis wird als Risikowert angegeben, ähnlich wie 1:1000 oder 1:100. Ein niedrigerer Nenner bedeutet ein höheres Risiko. Ein „auffälliges“ oder „positives“ Ergebnis bedeutet nicht, dass Ihr Baby definitiv eine Chromosomenstörung hat – es zeigt lediglich ein erhöhtes statistisches Risiko an. Die meisten Frauen mit einem auffälligen Screening-Ergebnis bekommen trotzdem ein gesundes Kind. Um Gewissheit zu erhalten, werden bei auffälligen Ergebnissen weitere diagnostische Tests angeboten, wie die Chorionzottenbiopsie (ca. 11.-14. Woche) oder die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese, ab ca. 16. Woche), die eine definitive Diagnose ermöglichen.

Ist die Untersuchung sicher?

Ja, das Ersttrimester-Screening ist völlig ungefährlich für Mutter und Kind. Der Ultraschall verwendet keine Strahlung und ist schmerzfrei. Die Blutentnahme ist ein routinemäßiger Eingriff mit minimalem Risiko (kleiner blauer Fleck oder selten eine Infektion). Das Screening selbst hat kein Fehlgeburtsrisiko, im Gegensatz zu den invasiven diagnostischen Tests, die bei auffälligem Ergebnis angeboten werden können.

Clinical interpretation

How abnormal results are interpreted and what conditions they suggest.

Das Ersttrimester-Screening dient der Risikoberechnung für Trisomie 21 (Down-Syndrom), Trisomie 18 (Edwards-Syndrom) und Trisomie 13 (Patau-Syndrom). Ein erhöhtes Nackenfaltenmaß allein oder in Kombination mit auffälligen Serummarkern kann auf ein erhöhtes Risiko hinweisen. Die Sensitivität für Trisomie 21 liegt bei etwa 82-87%. Das Ergebnis hilft werdenden Eltern, informierte Entscheidungen über weitere diagnostische Schritte zu treffen. Wichtig: Ein unauffälliges Ergebnis schließt Chromosomenstörungen nicht zu 100% aus, da das Screening nur statistische Wahrscheinlichkeiten berechnet.

Häufige Fragen

Wann sollte ich das Ersttrimester-Screening durchführen lassen?
Der optimale Zeitraum ist zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche. Die Nackenfaltenmessung ist am genauesten, wenn das Baby eine Scheitel-Steiß-Länge von 45-84 mm hat. Vereinbaren Sie am besten frühzeitig einen Termin mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin.
Muss ich das Ersttrimester-Screening machen?
Nein, die Untersuchung ist völlig freiwillig. Es ist ein Screening-Test, kein Pflichttest. Viele Eltern entscheiden sich dafür, um frühzeitig über mögliche Risiken informiert zu sein und gegebenenfalls weitere Entscheidungen treffen zu können. Andere Eltern verzichten darauf, weil sie das Ergebnis nicht beeinflussen würden oder weil sie keine zusätzliche Unsicherheit wünschen.
Was kostet das Ersttrimester-Screening?
Die Kosten variieren je nach Region und Anbieter. In Deutschland wird der Test meist nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und muss privat bezahlt werden (ca. 150-250 Euro). Bei privat Versicherten hängt die Erstattung vom individuellen Vertrag ab. Informieren Sie sich vor der Untersuchung über die Kosten.
Mein Ergebnis ist auffällig – bedeutet das, dass mein Baby krank ist?
Nein, ein auffälliges Ergebnis bedeutet keine Diagnose. Es zeigt lediglich ein erhöhtes statistisches Risiko an. Die Mehrheit der Frauen mit einem auffälligen Ersttrimester-Screening bekommt ein völlig gesundes Baby. Bei einem auffälligen Ergebnis werden weitere Beratungsgespräche und optionale diagnostische Tests (Chorionzottenbiopsie oder Fruchtwasseruntersuchung) angeboten, um Gewissheit zu erhalten.
Kann ich das Geschlecht meines Babys durch diesen Test erfahren?
Das Ersttrimester-Screening selbst dient nicht zur Geschlechtsbestimmung. Manchmal ist das Geschlecht beim Ultraschall bereits sichtbar, aber dies ist nicht der Zweck der Untersuchung. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie das Geschlecht wissen möchten.
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Diese Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken und ersetzen keinen professionellen medizinischen Rat, keine Diagnose und keine Behandlung.

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Wenn Sie einen medizinischen Notfall vermuten, rufen Sie sofort Ihre örtliche Notrufnummer an oder begeben Sie sich in die nächste Notaufnahme.

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