Amylase (Bauchspeicheldrüsenenzym) – Untersuchung
Diese Laboruntersuchung misst die Konzentration des Enzyms Amylase im Blut und in der Flüssigkeit aus der Bauchhöhle.
{"Amylase ist ein Verdauungsenzym, das hauptsächlich von der Bauchspeicheldrüse produziert wird","Die Untersuchung hilft bei der Diagnose von Bauchspeicheldrüsenentzündungen (Pankreatitis)","Durch den Vergleich von Amylase im Bauchwasser und Blut kann die Ursache von Bauchwasser (Aszites) geklärt werden","Erhöhte Werte können auf akute oder chronische Bauchspeicheldrüsenerkrankungen hinweisen","Die Blutentnahme erfolgt aus einer Vene, die Bauchwasserentnahme durch eine Punktion"}
Wichtigste Fakten im Überblick
- LOINC
- 70262-1
- Kurzcode
- Amylase.prt fld/SerPl
- Synonyme
- Amylase.prt fld/SerPl
- Kategorie
- Klinische Chemie
- Probe
- serum
- Probenbehälter
- Red-top tube (SST)
- Einheiten
- N/A
- Kritischer Bereich
- — – 500 N/A
- Nüchtern
- Nein
- Population
- Erwachsene
- Geschlecht
- all
- Altersbereich
- 18–65 Jahre
- Probenvolumen
- 5 mL
- Probenstabilität
- Room temperature: 4h, Refrigerated: 24h, Frozen: 7d
- Hämolyse max.
- 500
- Lipämie max.
- 1000
- Ikterus max.
- 500
- Bearbeitungszeit
- 4–24 Stunden
- Anordnung
- routine
Was ist diese Untersuchung?
Die Amylase-Bestimmung ist eine Laboruntersuchung, die die Menge des Enzyms Amylase sowohl im Blutserum als auch in der Flüssigkeit aus der Bauchhöhle (Peritonealflüssigkeit) misst. Amylase ist ein wichtiges Verdauungsenzym, das hauptsächlich von der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und in geringerem Maße von den Speicheldrüsen produziert wird.
Wie wird die Untersuchung durchgeführt?
Für diese Untersuchung werden zwei Proben benötigt: Eine Blutprobe wird aus einer Vene entnommen, und eine Probe der Peritonealflüssigkeit wird durch eine Punktion der Bauchhöhle gewonnen. Der Arzt führt dabei eine dünne Nadel durch die Bauchwand ein, um Flüssigkeit aus dem Bauchraum zu entnehmen. Dieser Vorgang wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt und ist in der Regel wenig schmerzhaft.
Warum ist diese Untersuchung wichtig?
Die Bestimmung der Amylase-Werte im Blut und Bauchwasser ist besonders wichtig, um Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse zu erkennen und die Ursache von Bauchwasseransammlungen zu klären. Wenn die Amylase-Konzentration im Bauchwasser deutlich höher ist als im Blut, deutet dies auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse hin, die zu einem Austritt von Verdauungsenzymen in die Bauchhöhle geführt hat.
Was bedeuten die Ergebnisse?
Erhöhte Amylase-Werte im Blut können auf eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (akute Pankreatitis), eine chronische Pankreatitis, eine Verstopfung der Gallenwege oder seltener auf Speicheldrüsenentzündungen hinweisen. Wenn zusätzlich das Bauchwasser untersucht wird, hilft der Vergleich der Werte, zwischen einer Pankreas-Erkrankung und anderen Ursachen für Bauchwasser zu unterscheiden, wie z.B. Leberzirrhose, Herzschwäche oder bösartige Erkrankungen.
Clinical interpretation
How abnormal results are interpreted and what conditions they suggest.
Die kombinierte Bestimmung von Amylase im Serum und Peritonealflüssigkeit ist klinisch besonders wertvoll zur Unterscheidung der Ursachen von Bauchwasseransammlungen (Aszites). Ein hoher Amylase-Wert im Bauchwasser (über 500 U/L oder ein Verhältnis von Bauchwasser zu Serum > 1,5) gilt als spezifischer Marker für eine Pankreas-bedingte Ursache, wie z.B. eine Pankreasfistel, einen Pankreas-Pseudozyste oder eine akute Pankreatitis mit retroperitonealer Ausbreitung. Diese Information ist entscheidend für die Wahl der richtigen Behandlung.
Häufige Fragen
Muss ich vor der Untersuchung nüchtern sein?
Ist die Bauchwasserpunktion schmerzhaft?
Wie lange dauert es, bis das Ergebnis vorliegt?
Können Medikamente das Ergebnis beeinflussen?
Was passiert, wenn meine Amylase-Werte erhöht sind?
Quellen
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Diese Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken und ersetzen keinen professionellen medizinischen Rat, keine Diagnose und keine Behandlung.
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