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Basenüberschuss im Kapillarblut des Fetus (Berechnung)

Veröffentlicht: 9. August 2026Aktualisiert: 16. August 2026

Der Basenüberschuss ist ein Laborwert, der den Säure-Basen-Haushalt im fetalen Blut misst und wichtige Informationen über die Sauerstoffversorgung des Babys während der Geburt liefert.

Kurzfassung

{"Der Basenüberschuss zeigt, ob das Baby während der Geburt ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird","Ein negativer Wert (Azidose) kann auf einen Sauerstoffmangel hinweisen","Die Blutentnahme erfolgt aus der fetalen Kopfhaut während der Geburt","Der Wert wird aus einer Kapillarblutprobe berechnet","Zusammen mit anderen Werten hilft er Ärzten, den Zustand des Babys zu beurteilen"}

Medizinisch geprüft von WellAlly-RedaktionsteamZuletzt geprüft 16. August 2026Redaktionelle Richtlinie

Wichtigste Fakten im Überblick

LOINC
50820-0
Kurzcode
Base excess BldC Fetus Calc-sCnc
Synonyme
Base excess BldC Fetus Calc-sCnc
Kategorie
Klinische Chemie
Probe
whole-blood
Probenbehälter
Lavender-top (EDTA)
Einheiten
N/A
Nüchtern
Nein
Population
Erwachsene
Geschlecht
all
Altersbereich
18–65 Jahre
Methode
calculated
Probenvolumen
3 mL
Probenstabilität
Room temperature: 4h, Refrigerated: 24h
Hämolyse max.
0
Lipämie max.
0
Ikterus max.
0
Bearbeitungszeit
4–24 Stunden
Anordnung
routine

Was ist der Basenüberschuss?

Der Basenüberschuss (auch Basenexzess oder BE genannt) ist ein berechneter Laborwert, der angibt, wie viel Säure oder Base benötigt wird, um einen Liter Blut auf einen normalen pH-Wert von 7,4 zu bringen. Bei diesem Test wird das Blut aus den Kapillaren der fetalen Kopfhaut entnommen und im Labor analysiert. Der Wert gibt Aufschluss darüber, ob das Baby während der Geburt ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird und wie der Säure-Basen-Haushalt im kindlichen Organismus ausgeglichen ist.

Wie wird der Test durchgeführt?

Während der Geburt entnimmt die Ärztin oder der Arzt eine kleine Blutprobe aus der Kopfhaut des ungeborenen Kindes. Dies geschieht durch einen sanften Stich, nachdem der Muttermund mindestens einige Zentimeter geöffnet ist und die Fruchtblase geplatzt ist. Die Blutprobe wird dann sofort ins Labor gebracht, wo der Basenüberschuss zusammen mit anderen Parametern wie dem pH-Wert und dem Laktatwert gemessen wird. Der Test ist relativ schmerzarm für das Baby und dauert nur wenige Minuten.

Was bedeuten die Ergebnisse?

Der normale Basenüberschuss bei einem gesunden Neugeborenen liegt etwa zwischen -10 und +5 mmol/L. Ein stark negativer Wert (unter -12 mmol/L) deutet auf eine metabolische Azidose hin, das bedeutet, dass im Blut des Babys zu viel Säure vorhanden ist. Dies kann ein Zeichen dafür sein, dass das Baby während der Geburt nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wurde. Zusammen mit dem pH-Wert und anderen Parametern hilft der Basenüberschuss den Ärzten zu entscheiden, ob eine schnelle Geburt notwendig ist oder ob das Baby noch eine Zeitlang überwacht werden kann.

Clinical interpretation

How abnormal results are interpreted and what conditions they suggest.

Der Basenüberschuss im fetalen Kapillarblut ist ein wichtiger Parameter zur Beurteilung des fetalen Zustands während der Geburt. Er hilft dabei, eine fetale Azidose frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Ein erhöhter Basenüberschuss (Azidose) kann auf verschiedene Komplikationen hinweisen, wie zum Beispiel Nabelschnurprobleme, Plazentainsuffizienz oder Wehenstörungen. Die Messung erfolgt meist in Kombination mit anderen Werten wie dem pH-Wert, dem Laktat und der Sauerstoffsättigung, um ein umfassendes Bild des kindlichen Zustands zu erhalten.

In der modernen Geburtshilfe wird der Basenüberschuss häufig zusammen mit der intrapartalen CTG-Überwachung eingesetzt. Wenn die Herztöne des Babys auffällig sind, kann eine Blutentnahme aus der Kopfhaut weitere wichtige Informationen liefern. Die Ergebnisse helfen den Ärzten, zwischen einer harmlosen Herzfrequenzveränderung und einer tatsächlichen Sauerstoffnot des Babys zu unterscheiden. Dadurch können unnötige Kaiserschnitte vermieden werden, aber gleichzeitig können gefährliche Situationen rechtzeitig erkannt werden.

Häufige Fragen

Ist die Blutentnahme aus der fetalen Kopfhaut gefährlich?
Die Blutentnahme aus der fetalen Kopfhaut ist ein relativ sicheres Verfahren mit geringem Risiko. Es kann zu einer kleinen Blutung kommen, die schnell wieder aufhört. Das Risiko einer Infektion ist sehr gering. Der Eingriff wird nur durchgeführt, wenn er medizinisch notwendig ist und der Nutzen das Risiko überwiegt.
Warum wird dieser Test während der Geburt durchgeführt?
Der Test wird durchgeführt, wenn die elektronische Überwachung der fetalen Herztöne (CTG) auffällige Ergebnisse zeigt und der Arzt oder die Ärztin mehr Informationen über den Zustand des Babys benötigt. Er hilft zu unterscheiden, ob das Baby einfach nur auf die Wehen reagiert oder tatsächlich einen Sauerstoffmangel hat.
Was passiert, wenn der Basenüberschuss abnormal ist?
Wenn der Basenüberschuss auf eine Azidose hinweist, werden je nach Schweregrad verschiedene Maßnahmen ergriffen. Manchmal reicht es aus, die Mutter mit Sauerstoff zu versorgen und die Wehentätigkeit vorübergehend zu reduzieren. In schwereren Fällen kann eine schnelle Geburt durch Saugglocke, Zange oder Kaiserschnitt notwendig sein, um das Baby vor weiteren Sauerstoffschäden zu schützen.
Ist der Test schmerzhaft für das Baby?
Der Stich in die Kopfhaut kann für das Baby kurzzeitig unangenehm sein, ähnlich wie bei einer Blutentnahme bei Erwachsenen. Viele Babys zeigen jedoch keine starke Reaktion darauf. Der Eingriff dauert nur wenige Sekunden und die Ergebnisse liegen innerhalb weniger Minuten vor.
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Diese Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken und ersetzen keinen professionellen medizinischen Rat, keine Diagnose und keine Behandlung.

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