Basenüberschuss (Base Excess) im gemischten Venenblut
Der Basenüberschuss ist ein Laborwert, der den Säure-Basen-Haushalt des Blutes misst und Aufschluss über die metabolische Komponente des Blut-pH-Wertes gibt.
{"Der Basenüberschuss misst die Menge an Base (oder Säure), die benötigt wird, um den Blut-pH auf einen Normalwert zu bringen","Werte werden aus einer Blutprobe aus der Lungenarterie (gemischtes Venenblut) berechnet","Positive Werte deuten auf eine metabolische Alkalose hin, negative Werte auf eine metabolische Azidose","Der Test hilft bei der Unterscheidung zwischen respiratorischen und metabolischen Störungen des Säure-Basen-Haushalts","Er wird häufig bei kritisch kranken Patienten und bei Störungen des Säure-Basen-Haushalts eingesetzt"}
Wichtigste Fakten im Überblick
- LOINC
- 19234-4
- Kurzcode
- Base excess BldMV Calc-sCnc
- Synonyme
- Base excess BldMV Calc-sCnc
- Kategorie
- Klinische Chemie
- Probe
- whole-blood
- Probenbehälter
- Lavender-top (EDTA)
- Einheiten
- N/A
- Nüchtern
- Nein
- Population
- Erwachsene
- Geschlecht
- all
- Altersbereich
- 18–65 Jahre
- Methode
- calculated
- Probenvolumen
- 3 mL
- Probenstabilität
- Room temperature: 4h, Refrigerated: 24h
- Hämolyse max.
- 0
- Lipämie max.
- 0
- Ikterus max.
- 0
- Bearbeitungszeit
- 4–24 Stunden
- Anordnung
- routine
Was ist der Basenüberschuss?
Der Basenüberschuss (Base Excess) ist ein wichtiger Parameter der Blutgasanalyse. Er gibt an, wie viel Millimol Base pro Liter Blut hinzugefügt oder entfernt werden müssten, um den pH-Wert des Blutes bei einem Kohlendioxid-Partialdruck von 40 mmHg und einer Sauerstoffsättigung von 100% auf den Normalwert von 7,4 zu bringen. Der Wert wird aus einer Probe des gemischten Venenblutes berechnet, die typischerweise aus der Lungenarterie entnommen wird.
Wie wird der Test durchgeführt?
Für diesen Test wird eine Blutprobe aus der Lungenarterie benötigt. Dies erfolgt in der Regel während eines Herzkathetereingriffs oder bei Patienten auf der Intensivstation. Die Probe wird dann in einem speziellen Gerät (Blutgasanalysator) untersucht, das den Basenüberschuss zusammen mit anderen Parametern wie pH-Wert, Sauerstoff- und Kohlendioxid-Partialdrücken berechnet.
Was bedeuten die Ergebnisse?
Der Normalwert des Basenüberschusses liegt typischerweise zwischen -2 und +2 mmol/l. Ein positiver Basenüberschuss (über +2 mmol/l) deutet auf eine metabolische Alkalose hin, also einen Überschuss an Basen im Blut. Dies kann durch Erbrechen, die Einnahme von Diuretika oder eine übermäßige Zufuhr von basischen Substanzen verursacht werden. Ein negativer Basenüberschuss (unter -2 mmol/l) zeigt eine metabolische Azidose an, also einen Säureüberschuss, der durch Nierenversagen, Diabetes, Schock oder schwere Infektionen verursacht werden kann.
Clinical interpretation
How abnormal results are interpreted and what conditions they suggest.
Der Basenüberschuss ist ein wichtiger diagnostischer Marker bei der Bewertung von Störungen des Säure-Basen-Haushalts. Er ermöglicht die Unterscheidung zwischen respiratorischen (durch die Lunge verursachten) und metabolischen (durch den Stoffwechsel verursachten) Störungen. Bei kritisch kranken Patienten auf der Intensivstation hilft der Wert bei der Beurteilung des Schweregrades einer Azidose und der Wirksamkeit einer Behandlung. Der Test ist besonders wichtig bei Patienten mit Schock, Sepsis, Nierenversagen, Diabetes mellitus oder nach großen Operationen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen arteriellem und venösem Basenüberschuss?
Wie wird eine metabolische Azidose behandelt?
Kann der Basenüberschuss durch die Ernährung beeinflusst werden?
Ist der Test schmerzhaft?
Quellen
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- 2
- 3
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Diese Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken und ersetzen keinen professionellen medizinischen Rat, keine Diagnose und keine Behandlung.
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