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Basenüberschuss (Base Excess) im gemischten Venenblut

Veröffentlicht: 9. August 2026Aktualisiert: 16. August 2026

Der Basenüberschuss ist ein Laborwert, der den Säure-Basen-Haushalt des Blutes misst und Aufschluss über die metabolische Komponente des Blut-pH-Wertes gibt.

Kurzfassung

{"Der Basenüberschuss misst die Menge an Base (oder Säure), die benötigt wird, um den Blut-pH auf einen Normalwert zu bringen","Werte werden aus einer Blutprobe aus der Lungenarterie (gemischtes Venenblut) berechnet","Positive Werte deuten auf eine metabolische Alkalose hin, negative Werte auf eine metabolische Azidose","Der Test hilft bei der Unterscheidung zwischen respiratorischen und metabolischen Störungen des Säure-Basen-Haushalts","Er wird häufig bei kritisch kranken Patienten und bei Störungen des Säure-Basen-Haushalts eingesetzt"}

Medizinisch geprüft von WellAlly-RedaktionsteamZuletzt geprüft 16. August 2026Redaktionelle Richtlinie

Wichtigste Fakten im Überblick

LOINC
19234-4
Kurzcode
Base excess BldMV Calc-sCnc
Synonyme
Base excess BldMV Calc-sCnc
Kategorie
Klinische Chemie
Probe
whole-blood
Probenbehälter
Lavender-top (EDTA)
Einheiten
N/A
Nüchtern
Nein
Population
Erwachsene
Geschlecht
all
Altersbereich
18–65 Jahre
Methode
calculated
Probenvolumen
3 mL
Probenstabilität
Room temperature: 4h, Refrigerated: 24h
Hämolyse max.
0
Lipämie max.
0
Ikterus max.
0
Bearbeitungszeit
4–24 Stunden
Anordnung
routine

Was ist der Basenüberschuss?

Der Basenüberschuss (Base Excess) ist ein wichtiger Parameter der Blutgasanalyse. Er gibt an, wie viel Millimol Base pro Liter Blut hinzugefügt oder entfernt werden müssten, um den pH-Wert des Blutes bei einem Kohlendioxid-Partialdruck von 40 mmHg und einer Sauerstoffsättigung von 100% auf den Normalwert von 7,4 zu bringen. Der Wert wird aus einer Probe des gemischten Venenblutes berechnet, die typischerweise aus der Lungenarterie entnommen wird.

Wie wird der Test durchgeführt?

Für diesen Test wird eine Blutprobe aus der Lungenarterie benötigt. Dies erfolgt in der Regel während eines Herzkathetereingriffs oder bei Patienten auf der Intensivstation. Die Probe wird dann in einem speziellen Gerät (Blutgasanalysator) untersucht, das den Basenüberschuss zusammen mit anderen Parametern wie pH-Wert, Sauerstoff- und Kohlendioxid-Partialdrücken berechnet.

Was bedeuten die Ergebnisse?

Der Normalwert des Basenüberschusses liegt typischerweise zwischen -2 und +2 mmol/l. Ein positiver Basenüberschuss (über +2 mmol/l) deutet auf eine metabolische Alkalose hin, also einen Überschuss an Basen im Blut. Dies kann durch Erbrechen, die Einnahme von Diuretika oder eine übermäßige Zufuhr von basischen Substanzen verursacht werden. Ein negativer Basenüberschuss (unter -2 mmol/l) zeigt eine metabolische Azidose an, also einen Säureüberschuss, der durch Nierenversagen, Diabetes, Schock oder schwere Infektionen verursacht werden kann.

Clinical interpretation

How abnormal results are interpreted and what conditions they suggest.

Der Basenüberschuss ist ein wichtiger diagnostischer Marker bei der Bewertung von Störungen des Säure-Basen-Haushalts. Er ermöglicht die Unterscheidung zwischen respiratorischen (durch die Lunge verursachten) und metabolischen (durch den Stoffwechsel verursachten) Störungen. Bei kritisch kranken Patienten auf der Intensivstation hilft der Wert bei der Beurteilung des Schweregrades einer Azidose und der Wirksamkeit einer Behandlung. Der Test ist besonders wichtig bei Patienten mit Schock, Sepsis, Nierenversagen, Diabetes mellitus oder nach großen Operationen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen arteriellem und venösem Basenüberschuss?
Der Basenüberschuss im gemischten Venenblut (aus der Lungenarterie) repräsentiert den durchschnittlichen Zustand des Blutes aus allen Körpergeweben und gibt daher ein genaueres Bild des gesamten Stoffwechsels als arterielles Blut. Arterielle Blutgase zeigen hingegen den Zustand des Blutes nach der Oxygenierung in der Lunge.
Wie wird eine metabolische Azidose behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei einer diabetischen Ketoazidose wird Insulin gegeben, bei einer Laktatazidose muss die Grunderkrankung (z.B. Schock) behandelt werden. In schweren Fällen kann eine Bikarbonat-Infusion erwogen werden, wobei dies kontrovers diskutiert wird.
Kann der Basenüberschuss durch die Ernährung beeinflusst werden?
Ja, eine langfristig saure Ernährung kann zu einem leicht negativen Basenüberschuss führen, während eine basische Ernährung mit viel Obst und Gemüse den Wert erhöhen kann. Diese Effekte sind jedoch normalerweise gering und liegen oft noch im Normalbereich.
Ist der Test schmerzhaft?
Die Blutentnahme aus der Lungenarterie erfolgt in der Regel während eines medizinischen Eingriffs (Herzkatheter) unter Sedierung oder Narkose, daher verspürt der Patient während des Eingriffs keine Schmerzen. Die normale Venenentnahme für andere Bluttests kann jedoch kurzzeitig unangenehm sein.
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Diese Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken und ersetzen keinen professionellen medizinischen Rat, keine Diagnose und keine Behandlung.

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