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Borrelia burgdorferi IgM-Antikörper im Gelenkpunktat

Veröffentlicht: 9. August 2026Aktualisiert: 16. August 2026

Dieser Test weist IgM-Antikörper gegen Borrelia burgdorferi, das Bakterium der Lyme-Borreliose, im Gelenkpunktat nach.

Kurzfassung

{"Der Test dient der Diagnose einer Lyme-Arthritis (Gelenkbefall bei Borreliose)","Die Entnahme erfolgt durch eine Gelenkpunktion (Gelenkflüssigkeitsentnahme)","IgM-Antikörper zeigen eine frühe Immunantwort des Körpers an","Ein positives Ergebnis deutet auf eine aktuelle oder kürzlich durchgemachte Infektion hin","Der Test wird eingesetzt, wenn Lyme-Arthritis vermutet wird"}

Medizinisch geprüft von WellAlly-RedaktionsteamZuletzt geprüft 16. August 2026Redaktionelle Richtlinie

Wichtigste Fakten im Überblick

LOINC
108636-2
Kurzcode
BORRSYIGM
Synonyme
B burgdor IgM Msmt Snv
Kategorie
Klinische Chemie
Probe
fluid
Probenbehälter
Sterile, leak-proof, screw-cap cryovial or sterile conical tube; sterile plain tube (red-top, no anticoagulant preferred for serology)
Einheiten
N/A
Nüchtern
Nein
Population
Erwachsene
Geschlecht
all
Altersbereich
≥ 0 Jahre
Methode
Enzyme-linked immunosorbent assay (ELISA) or indirect immunofluorescence assay (IFA) for detection of IgM antibodies to Borrelia burgdorferi
CPT
86618
SNOMED
415089008
Probenvolumen
1-2 mL of synovial fluid (minimum 0.5 mL)
Probenstabilität
Refrigerated (2-8°C): up to 7 days; Frozen (-20°C or below): up to 30 days. Avoid repeated freeze-thaw cycles.
Hämolyse max.
300
Bearbeitungszeit
24–72 Stunden
Anordnung
routine

Was ist dieser Test?

Der Test Borrelia burgdorferi IgM-Antikörper im Gelenkpunktat ist eine laboratoriumsmedizinische Untersuchung, die im Rahmen der Gelenkpunktion (Arthrozentese) durchgeführt wird. Dabei wird die Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) auf IgM-Antikörper gegen das Borrelia-Bakterium untersucht. IgM-Antikörper sind die ersten Antikörper, die der Körper nach einer Infektion bildet – sie indicate therefore eine frühe Immunantwort.

Wie wird die Probe gewonnen?

Die Gelenkflüssigkeit wird durch eine Gelenkpunktion gewonnen. Dabei führt der Arzt unter örtlicher Betäubung eine dünne Nadel in das betroffene Gelenk ein und entnimmt Flüssigkeit aus dem Gelenkspalt. Dieser Eingriff wird meist am Kniegelenk durchgeführt, kann aber auch an anderen Gelenken wie der Schulter oder dem Ellenbogen erfolgen. Die gewonnene Flüssigkeit wird dann ins Labor zur Antikörperbestimmung geschickt.

Was wird gemessen?

Gemessen wird die Konzentration von IgM-Antikörpern gegen Borrelia burgdorferi in der Gelenkflüssigkeit. Die Ergebnisse werden oft als positiv, grenzwertig oder negativ angegeben. Ein positives Ergebnis bedeutet, dass IgM-Antikörper gegen Borrelien in der Gelenkflüssigkeit nachgewiesen wurden – ein wichtiger Hinweis auf eine Lyme-Arthritis.

Vorbereitung auf den Test

Für diesen Test ist keine spezielle Vorbereitung erforderlich. Informieren Sie Ihren Arzt jedoch über alle Medikamente, die Sie einnehmen, insbesondere über blutverdünnende Mittel. Nach der Gelenkpunktion sollten Sie das Gelenk einige Stunden schonen und kühlen. Eventuell erhalten Sie einen Druckverband.

Reference range

Negative (antibody not detected). Equivocal or positive results should be confirmed by Western blot or second-tier methodology according to modified CDC two-tier testing criteria for Lyme disease.N/A

Probenart: fluid

No special patient preparation required. Inform patient of arthrocentesis procedure risks including bleeding, infection, and joint discomfort. Obtain informed consent prior to synovial fluid aspiration.

Clinical interpretation

How abnormal results are interpreted and what conditions they suggest.

Der Nachweis von Borrelia-spezifischen IgM-Antikörpern im Gelenkpunktat ist ein wichtiger diagnostischer Marker für die Lyme-Arthritis. Diese Erkrankung tritt auf, wenn die Lyme-Borreliose (eine durch Zecken übertragene Infektion) auf die Gelenke übergeht. Typischerweise manifestiert sich eine Lyme-Arthritis weeks bis Monate nach dem Zeckenstich und betrifft häufig das Kniegelenk.

Die klinische Bedeutung liegt in der Unterscheidung zwischen einer Lyme-Arthritis und anderen Gelenkerkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Gicht oder Psoriasis-Arthritis. Ein positives Ergebnis bestätigt die Verdachtsdiagnose und ermöglicht eine gezielte Antibiotikatherapie, die in der Regel zu einer vollständigen Ausheilung führt.

Die Sensitivität des Tests ist bei Gelenkpunktat höher als bei Blut, da die Antikörper direkt am Ort der Entzündung nachgewiesen werden. Allerdings kann bei frühzeitiger Infektion der IgM-Nachweis noch negativ ausfallen – in diesem Fall kann eine Wiederholung des Tests oder eine ergänzende Diagnostik (z.B. PCR) sinnvoll sein.

Häufige Fragen

Warum wird die Untersuchung an Gelenkflüssigkeit und nicht an Blut durchgeführt?
Die Untersuchung der Gelenkflüssigkeit ist spezifischer, da die Antikörper direkt im betroffenen Gelenk nachgewiesen werden. Dies erhöht die diagnostische Sicherheit, besonders wenn im Blut noch keine Antikörper nachweisbar sind oder wenn andere Gelenkerkrankungen ausgeschlossen werden sollen.
Was bedeutet ein positives Ergebnis?
Ein positives Ergebnis bedeutet, dass IgM-Antikörper gegen Borrelia burgdorferi in der Gelenkflüssigkeit gefunden wurden. Dies strongly spricht für eine Lyme-Arthritis. Ihr Arzt wird dann eine geeignete Antibiotikatherapie einleiten, die meist über mehrere Wochen erfolgt und in der Regel zu einer deutlichen Besserung führt.
Kann der Test auch negativ sein, obwohl ich Lyme-Borreliose habe?
Ja, das ist möglich. In frühen Stadien der Infektion oder bei sehr mildem Verlauf können die Antikörper noch nicht nachweisbar sein. Auch nach einer erfolgreichen Antibiotikatherapie können die Antikörper noch längere Zeit im Körper verbleiben. Ihr Arzt wird das Ergebnis immer im Zusammenhang mit Ihren Symptomen und anderen Befunden bewerten.
Ist die Gelenkpunktion schmerzhaft?
Der Eingriff wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt, sodass Sie während der Punktion meist nur ein leichtes Druckgefühl verspüren. Nach Abklingen der Betäubung kann das Gelenk für einige Tage leicht schmerzen. Kühlen und Schonung des Gelenks helfen, Beschwerden zu lindern.
Wie wird eine Lyme-Arthritis behandelt?
Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Antibiotika, die über 2 bis 4 Wochen eingenommen werden. Häufig eingesetzte Wirkstoffe sind Doxycyclin, Amoxicillin oder Ceftriaxon. Die Prognose ist gut – die meisten Patienten erholen sich vollständig. In seltenen Fällen kann eine verlängerte oder wiederholte Therapie notwendig sein.
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Diese Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken und ersetzen keinen professionellen medizinischen Rat, keine Diagnose und keine Behandlung.

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Diese Inhalte dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und ersetzen keinen professionellen medizinischen Rat, keine Diagnose und keine Behandlung. Wenden Sie sich bei Fragen zu einer Erkrankung immer an eine qualifizierte medizinische Fachkraft, und ignorieren Sie professionellen medizinischen Rat nicht und schieben Sie ihn nicht auf, weil Sie hier etwas gelesen haben.

Wenn Sie einen medizinischen Notfall vermuten, rufen Sie sofort Ihre örtliche Notrufnummer an oder begeben Sie sich in die nächste Notaufnahme.

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