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ABO- und Rhesus-Blutgruppenbestimmung beim Fötus

Veröffentlicht: 9. August 2026Aktualisiert: 16. August 2026

Dieser Test bestimmt die Blutgruppe und den Rhesusfaktor des ungeborenen Kindes aus einer fetalen Blutprobe.

Kurzfassung

{"Der Test ermittelt die ABO-Blutgruppe und den Rhesusfaktor des Fötus","Er dient hauptsächlich zur Erkennung einer Rhesus-Unverträglichkeit zwischen Mutter und Kind","Bei Rhesus-negativer Mutter und Rhesus-positivem Kind kann eine Behandlung erforderlich sein","Die Blutentnahme erfolgt durch den Frauenarzt unter Ultraschallkontrolle","Das Ergebnis hilft bei der Planung der Schwangerschaftsbetreuung und der Geburt"}

Medizinisch geprüft von WellAlly-RedaktionsteamZuletzt geprüft 16. August 2026Redaktionelle Richtlinie

Wichtigste Fakten im Überblick

LOINC
54417-1
Kurzcode
ABO + Rh Bld Fetus
Synonyme
ABO + Rh Bld Fetus
Kategorie
Klinische Chemie
Probe
whole-blood
Probenbehälter
Lavender-top (EDTA)
Einheiten
N/A
Nüchtern
Nein
Population
Erwachsene
Geschlecht
all
Altersbereich
18–65 Jahre
Probenvolumen
3 mL
Probenstabilität
Room temperature: 4h, Refrigerated: 24h
Hämolyse max.
0
Lipämie max.
0
Ikterus max.
0
Bearbeitungszeit
4–24 Stunden
Anordnung
routine

Was ist dieser Test?

Die ABO- und Rhesus-Blutgruppenbestimmung beim Fötus ist ein vorgeburtlicher Test, der die Blutgruppe und den Rhesusfaktor (Rh-Faktor) des ungeborenen Kindes bestimmt. Dabei wird entweder eine Blutprobe des Fötus durch eine Punktion oder die Blutgruppe aus mütterlichem Blut (NIPT-ähnliche Methode) analysiert. Der Test gehört zur Kategorie der klinischen Chemie und verwendet Vollblut als Probenmaterial.

Warum wird dieser Test durchgeführt?

Der wichtigste Grund für diesen Test ist die Früherkennung einer möglichen Rhesus-Unverträglichkeit (Rhesus-Inkompatibilität). Wenn die Mutter Rhesus-negativ ist und das Kind Rhesus-positiv, kann das Immunsystem der Mutter Antikörper gegen die roten Blutkörperchen des Kindes bilden. Diese Antikörper können in nachfolgenden Schwangerschaften das Baby schädigen. Durch die frühzeitige Diagnose können Maßnahmen ergriffen werden, um diese Komplikation zu verhindern oder zu behandeln.

Wie wird der Test durchgeführt?

Bei der invasiven Methode wird unter Ultraschallkontrolle eine dünne Nadel durch die Bauchdecke der Mutter eingeführt, um eine Blutprobe aus der Nabelschnur (Nabelvenenpunktion) oder aus dem Mutterkuchen zu entnehmen. Bei neueren Methoden kann die fetale Blutgruppe auch aus dem Blut der Mutter bestimmt werden, da dort fetale DNA vorhanden ist. Die Probe wird dann im Labor auf die ABO-Blutgruppe (A, B, AB oder 0) und den Rhesusfaktor (positiv oder negativ) untersucht.

Was bedeuten die Ergebnisse?

Die Ergebnisse zeigen die Blutgruppe des Fötus (A, B, AB oder 0) und den Rhesusfaktor (Rh positiv oder Rh negativ). Wenn die Mutter Rhesus-negativ ist und das Kind Rhesus-positiv, wird Ihr Arzt die Schwangerschaft besonders überwachen. In diesem Fall kann eine Spritze mit Anti-D-Immunglobulin verabreicht werden, um die Bildung schädlicher Antikörper zu verhindern. Bei einer ABO-Unverträglichkeit ist das Risiko in der Regel geringer, aber ebenfalls wichtig zu beachten.

Clinical interpretation

How abnormal results are interpreted and what conditions they suggest.

Die klinische Bedeutung dieses Tests liegt hauptsächlich in der Prävention und Früherkennung der Rhesus-Inkompatibilität. Eine Rhesus-Unverträglichkeit kann zu einer hämolytischen Erkrankung des Neugeborenen führen, bei der die roten Blutkörperchen des Babys abgebaut werden. Dies kann zu Anämie, Gelbsucht, Herzproblemen oder in schweren Fällen zu Hirnschäden führen. Durch rechtzeitige Diagnose und Behandlung (z.B. Anti-D-Prophylaxe, intrauterine Transfusionen) können diese Komplikationen verhindert oder minimiert werden. Der Test ermöglicht auch eine bessere Planung der Geburt und eventuell erforderlicher Neugeborenenbehandlung.

Häufige Fragen

Ist der Test für mein Baby gefährlich?
Bei der invasiven Methode (Nabelvenenpunktion) besteht ein geringes Risiko einer Fehlgeburt (etwa 1-2%). Ihr Arzt wird den Nutzen gegen dieses Risiko abwägen. Neuere nicht-invasive Methoden, die fetale DNA aus dem mütterlichen Blut verwenden, sind für das Baby völlig ungefährlich.
Was passiert, wenn mein Baby eine andere Rhesus-Blutgruppe hat als ich?
Wenn Sie Rhesus-negativ sind und Ihr Baby Rhesus-positiv, wird Ihr Arzt Ihnen wahrscheinlich eine Anti-D-Immunglobulin-Spritze verabreichen. Dies verhindert, dass Ihr Immunsystem Antikörper gegen das Baby bildet. Sie werden auch während der Schwangerschaft und nach der Geburt engmaschig überwacht.
Muss ich mir Sorgen machen, wenn mein Baby eine andere ABO-Blutgruppe hat?
Eine ABO-Unverträglichkeit ist in der Regel weniger schwerwiegend als eine Rhesus-Unverträglichkeit. Sie tritt am häufigsten auf, wenn die Mutter Blutgruppe 0 hat und das Baby A, B oder AB. In den meisten Fällen verläuft die Schwangerschaft normal, aber Ihr Arzt wird das Neugeborene nach der Geburt auf Gelbsucht überwachen.
Wann erhalte ich die Ergebnisse?
Die Laborergebnisse sind in der Regel innerhalb weniger Tage bis zu einer Woche verfügbar. Ihr Arzt wird Ihnen die Ergebnisse persönlich erklären und die weiteren Schritte mit Ihnen besprechen.
Kann ich den Test auch ohne medizinische Notwendigkeit durchführen lassen?
In Deutschland wird die fetale Blutgruppenbestimmung in der Regel nur bei medizinischer Notwendigkeit durchgeführt, z.B. bei Rhesus-negativen Müttern oder bei Verdacht auf eine Blutgruppenunverträglichkeit. Sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt über die Notwendigkeit dieses Tests in Ihrer Situation.
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Diese Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken und ersetzen keinen professionellen medizinischen Rat, keine Diagnose und keine Behandlung.

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Wenn Sie einen medizinischen Notfall vermuten, rufen Sie sofort Ihre örtliche Notrufnummer an oder begeben Sie sich in die nächste Notaufnahme.

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